ROVER on tour 2010

31.08.2010

immer noch im Port Napoleonletzte Hamsterkäufe im SupermarktSegelanschlagen auf Marysol

Wir hängen hier immer noch rum. Der Mistral wütet fast ununterbrochen mit 6 bis 8 Beaufort und zerrt an den Nerven und uns die Spaghettis von der Gabel. Ebenso ist es empfindlich kalt geworden: 25 Grad, Brrr! Langehosenwetter. Marysol wird noch weiter vorbereitet, Segel anschlagen zurzeit etwas abenteuerlich. Sabine ist vorübergehend nach Oldenburg zurück. Rover soweit fertig wie möglich. Das “Wasser-in-der-Bilge-Problem” ist nach wie vor ungelöst,  tritt aber nur bei Motorbetrieb auf. Wir warten also auf ein Nachlassen des Windes, welches für vor zwei Stunden angekündigt war…

29.08.2010

Ausflug in die Camargue Einkaufen des süßen Notproviants Takelarbeiten

28.08.2010

Idee und Realitätdas einzige nicht weiße BootRover in Port NapoleonGottseidank haben wir gestern noch die Segel angeschlagen und aufgerollt. Heute wäre es nicht mehr möglich gewesen. Der Mistral heult mit 33 kn Windgeschwindigkeit durch den Hafen (bei strahlendem Sonnenschein). Die Boote bocken und schubbern an Leinen und Fendern, aber wir liegen sicher wie in Abrahams Schoß. Unser Ausflug per Fahrrad an den Strand war vielleicht nicht der beste Plan für dieses Wetter. Aber als Norddeutsche sind wir an Gegenwind gewöhnt. Die Arbeiten am Schiff sind “fertig”, soweit man das im Zusammenhang mit Schiffen sagen kann. Jetzt warten wir auf weniger Wind, um einen Probetörn zu machen. Der Hafen von Port Napoleon gefällt uns zunehmend, auch als Winterplatz rückt er langsam ins Blickfeld.

27.08.2010

Segel angeschlagen und Wäsche gewaschen

26.08.2010

Stillleben auf dem SalontischGeorg muss in den Mast

Drei Dinge braucht man hier: Schatten, Schatten und noch mehr Schatten. Eventuell noch ein kühles Bier oder/und Schokoladeneis. Die Sonne verbrutzelt alles, was sich nicht in Sicherheit bringt. Umso angenehmer ist es, auf dem Boot im Schatten unseres großen Sonnensegels zu sitzen, den Luftzug zu genießen und anderen Booten bei missglückten Manövern zuzuschauen. Leider muss ich heute hoch in den Mast, da bei dem gestern angesprochenen Entwirren ein Wantendreher sich eingeschlichen hat. Ich muss unter der oberen Saling das Steuerbord-Mittelwant lösen, um das Oberwant herumführen und wieder anbolzen. Klappt aber soweit ganz gut. Die ganze Takelage wird getrimmt und weiter entflochten. Anschließend werden die im Kanal arg strapazierten Fender gereinigt und verstaut sowie das ganze Deck gründlich geschrubbt. Langsam schält sich wieder ein Segelboot heraus. Heute war es sehr windig, vielleicht können wir morgen die Segel anschlagen. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage kündigt soviel Wind (Mistral) an, dass wir vermutlich den Komfort dieses Hafens noch länger genießen dürfen.

25.08.2010

Vorbereitungen zur Metamorphosewird der Kran unseren Mast verkraften?runter mit dem HorizontalmastReparatur eines kleinen Missgeschicksletzte Vorbereitungenkonzertierte Aktiondie Spezialistenauf halbem Wege zum Segelboot

Webseite unseres Hafens:  http://www.port-napoleon.com/de/index.html

Achtung: Webcam! Morgen um 19:00 Uhr Webcamzeit (!) werden wir euch zuwinken!!

… hat uns jemand gesehen??

Die Metamorphose von Rover vom Flussdampfer zur Segelmaschine ist in vollem Gange. Der Mast wird entwirrt und vom Boot gehoben. Dabei bricht eine Maststufe ab, wird aber umgehend und kompetent repariert. Dann hebt derRiesenkran den Mast in die Vertikale und schon beim siebten Versuch kriegen wir jenen verflixten Bolzen eingefädelt, der jedesmal Probleme macht. Die Leute verstehen ihr Handwerk, alles geht flüssig. Und das trotz einer grellen unbarmherzigen Sonnenstrahlung, die außer Gedanken an Schatten und kalte Getränke kaum Initiative zuläßt. Übergangsweise mutiert das Boot wieder mal zur Werkstatt, aber das kennen wir schon. Seitdem wir hier sind, haben sich unsere Umgebungsbedingungen krass geändert. Angefangen mit dem Wetter und der Abkehr vom Flussdampfer treffen wir hier auf einen ganz anderen Typ von Segler. Abenteuerliche Boote mit bunten Besatzungen mancherlei Nationalität mischen sich mit gigantischen Motoryachten und langweiligen Plastik-Charterbooten. Diesen Hafen – so spüren wir schnell – verlässt man nicht so schnell wieder.

23.08.2010

längsseits in AvignonPapstpalast und Stadtmauer AvignonInnenhof PapstpalastLiegeplatz im Strom der Rhoneder Papstpalast in AvignonMittagspause vor halber BrückeAbendessen in AvignonTGV-Brücke über die Rhoneam Restaurantschiff in ArlesAmphitheater in Arlesso werden unsere Häfen in Zukunft aussehen   Es ist vollbracht: seit heute nachmittag sind wir im Mittelmeer! Nach 60 Tagen, 1700 km, 255 Schleusen, 248 Motorstunden und vielen Abenteuern sind wir in den Port Napoleon bei Port Saint Louis eingelaufen. Ein paar Kratzer hat das Boot davongetragen, unsere ursprüngliche Planung war der Realität nicht gewachsen – aber alles in allem haben wir diesen Teil der Reise mit Hurra bestanden. Wir durften das unerwartet reizvolle Leben der Flusswanderer kennenlernen (und es gibt noch so viele unbekannte Kanäle in Frankreich …). Avignon war wunderbar, wir lagen mitten im Geschehen. Arles gab sich zunächst sehr spröde, da keine Halteplätze für Bootstouristen vorgesehen sind, aber letztlich war der Ort so richtig mediterran. Diese Städte erwachen erst abends – dann aber mit Beleuchtung! Das letzte Stück Rhone durch die Camargue war ereignislos (weder weiße Pferde noch Flamingos waren im Angebot). Da die eigentliche Mündung der Rhone ins Mittelmeer total versandet ist, mussten wir durch eine letzte Schleuse in einen Seitenkanal. Telefonisch kriegten wir für Mittwoch einen Termin zum Maststellen. Der Hafen hier ist gigantisch, aber komfortabel – und Bekannte von unterwegs haben wir auch schon getroffen. So, und jetzt wird erstmal geduscht, bis die Schwarte knackt.

20.08.2010

unterwegs nach SüdenAnkererfahrungen vor ViviersSchleusenkommando Schleuse Bollène 23m HubSchleuse Bollène mit 23m Hub  Zeugen Vareler Reisetätigkeit in der Schleuse auf der Rhone vor Avignon Rover rundet pont d’Avignon

Zurzeit kommen wir richtig schnell vorwärts: heute abend Avignon erreicht. Das Tor zum wirklichen Süden. Gestern hatten wir zum ersten Mal über Nacht geankert in einem Nebenarm der Rhone vor Viviers. Total süßes Städtchen. Shuttleverkehr mit unserem kleinen Zweit-Schlauchboot und dem kleinen Yamaha-Knattermann. Nachts dann gewaltiges Gewitter zum Fürchten. Der Strom der Rhone ist enorm: mit 3,5 kn zusätzlich werden wir geschoben! Nicht zum Fürchten dagegen sind die Rhoneschleusen mit bis zu 23 m Hub, bzw. Fallhöhe. An einem Schwimmpoller gehts es gesittet wie im Fahrstuhl abwärts. An einem dieser Poller, an dem wir festmachen, finden wir einen alten Aufkleber vom Wassersportverein Varel!! Muss wohl von Schukki sein, der hier vor ein paar Jahren durch ist! Avignon ist intramuros (innerhalb der alten Stadtmauern) gestopft voll mit Touristen,  aber alles sehr sauber und mit viel Schatten, den wir dringend brauchen: die Sonne knallt gewaltig. Heute wollen wir mal den Palast der ollen Päpste inspizieren und abends gepflegt essen gehen. Rover liegt längsseits an einem holländischen Plattbodenschiff in 2 kn Strom und zerrt gewaltig an den Leinen.

18.08.2010

AKW St.Maurice, abgechaltetHub 15,3 mSchleuse vs. AbkürzungRover in Valence

Sind in Valence. Tout va bien. Noch 222 km. Liegen wieder mal in extrem internationaler Gesellschaft. Die Sprachen vermischen sich.

17.08.2010

Schwimmpoller!die Schleusenguillotine hebt sichunter Palmen in Viennedie Rhone bei CondrieuWas hören wir da? “Wintereinbruch in Deutschland”? Und wir suchen verzweifelt nach einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor >60… Okay, ich übertreibe. Wahr ist vielmehr, dass wir uns über den wolkenlosen Himmel und die Rückkehr des Sommers freuen. In Lyon treffen wir auf die Rhone mit mächtig Strom, die viele Äste und halbe Bäume mit sich führt. Die erste Rhoneschleuse mit 11,5 m Höhe ist respekteinflößend, aber easy durch Schwimmpoller. Beinahe hätten wir die Abkürzung durch die danebenliegende Wasserturbine genommen, da ein großer Bagger die Schilder und Ampel verdeckte. In dem Kanal dahinter gurgeln wir mit 5 kn Strom nach Süden. Noch  282 km bis ins Mittelmeer.

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